Ausgangslage

Der digitale Umbruch ist bereits voll im Gange, kann nicht mehr gestoppt werden. Beschleunigt wird der Prozess im Finanzsektor mit der Umsetzung verschärfter Regulierungsvorschriften unter Basel III.

Aufgrund Verschiebung von Unternehmensfinanzierung und -absicherung zu digitalen Plattformen, kann es in wenigen Jahren zur Entkoppelung von Kapital- und Unternehmenskontrolle kommen! Entscheidend wird sein, wer digitale PLattform betreibt: Gewinn maximierende Betreibergesellschaft oder versicherte nicht-finanz Unternehmen!

Genau wie aktuell wieder in einigen Ländern zu beobachten, können alle privatwirtschaftlichen Unternehmen weltweit, ihre ausländischen Töchter oder nationalen/internationalen Zulieferer jederzeit in eine Finanzierungsklemme, sprich explodierende Finanzierungskosten geraten:

Finanzmarktkrisen, die zu dramatischen Verschlechterungen beim Zugang von sogar bestens kreditwürdigen Unternehmen zu Bankkrediten oder zum öffentlichen Kapitalmarkt führten, hat es seit Beginn der Deregulierung der internationalen Finanzmärkte, und insbesondere in der jüngsten Vergangenheit global gehäuft gegeben: 1997 (Asien), 1998 (Russland), 2001/02 (Neuer Markt/Technologie) und seit 2007/08 (Finanzmarkt) in Kombination mit anhaltender Staatsschuldenkrise.

Deutsche Bundesbank und Ratingagenturen, Internationaler Währungsfond und OECD, sowie eine zunehmende Anzahl privatwirtschaftlicher Analysten teilen die Ansicht, dass sich eine Marktkonstellation wie im Winter 2008/09 jederzeit wiederholen kann, und die Unternehmen grundsätzlich darauf vorbereitet sein sollten.

Zur unabhängigen Untermauerung der Notwendigkeit und den Vorteilen auf mikro/Unternehmens- als auch makro/staatlicher Ebene einer Liquiditätsversicherung siehe Einschätzung von Oliver Wyman, sowie weitere umfangreiche Untersuchungen welche auf der Seite "Analysis" aufgelistet sind.

Von Anfang März 2009 bis Ende Februar 2010 übernahm der Wirtschaftsfonds Deutschland als Kredit- und Bürgschaftsprogramm unter Federführung des Bundesministeriums der Finanzen in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau behelfsmäßig diese Aufgabe.

Ziel war es Unternnehmen die durch die Finanzmarktkrise in Liquiditätsschwierigkeiten geraten waren Überbrückungsfinanzierung bereit zu stellen, die Konditionen von Kredite auf ein tragbares Level zu begrenzen. Zur Verfügung standen bis zu 115 Mrd. Euro, 12.200 Unternehmen erhielten Unterstützung, das Gesamtvolumen der Förderung betrug rund 14 Mrd. Euro.

Da es in einer Krise nicht möglich ist zwischen Unternehmen zu entscheiden die aufgrund der Krise in Schieflage geraten sind, und solchen die es bereits zuvor waren, sprich kein adäquates Risiko-Management durchgeführt werden kann, stand kein privates Kapital zur Verfügung.

Als Konsequenz aus der Krise haben Politik und Aufsichtsbehörden beschlossen die regulatorischen Auflagen zu verschärfen, um eine nochmalige Bankenrettung auszuschließen, mit negativen Auswirkungen auf die Kunden der Banken.

Banken sind unter Basel III angehalten ihre Eigenkapitalpolster und ihre Liquiditätsreserven signifikant zu erhöhen und qualitativ zu verbessern, was zwangsläufig Bilanzverkürzungen/restriktivere Kreditvergabe und signifikant höhere Kosten für Liquiditätsgarantien zur Folge hat.

Insgesamt werden deshalb Banken zukünftig noch früher und noch konsequenter auf Krisensituationen irgendwo auf der Welt reagieren. Und Unternehmen haben als Reaktion darauf bereits damit begonnen sich vom Banken- und Finanzsektor teilweise zu entkoppeln, halten größere Liquiditätspuffer vor, und bauen separate und unabhängige Infrastrukturen auf.

Die steigenden Kosten für Derivat-Transaktionen zur Absicherung von Zins-, Währungs-, Rohstoff oder sonstigen Risiken aufgrund der strengeren regulatorischen Auflagen unter EMIR - European Market Infrastructure Regulation und demnächst MiFID II - Markets in Financial Instruments Directive II können ebenfalls abgefedert werden.

Ziel der Aufsichtsbehörden weltweit ist es möglichst viele Geschäfte auf öffentliche Handelsplattform zu verlagern, und via zentrale Gegenparteien abzuwickeln.

Ein Flash Crash wie am 06. Mai 2010 kann sich jederzeit wiederholen, siehe fortlaufende Analysen von Nanex.

Negative Rückkoppelungen und staatlich finanzierte Rettungsaktionen sollen zukünftig dadurch vermieden werden, dass alle Derivat-Transaktionen mit ausreichend Liquiden Mitteln hoher Qualität (HQLA - High Quality Liquid Assets) zur Sicherheit unterlegt werden müssen.

Unternehmen müssen entsprechend Liquide Mittel in Reserve halten, um entwaige Nachschusspflichten fristgerecht erfüllen zu können und Zwangsliquidierungen zu vermeiden.

Nur schwer kalkulierbare neue Risiken höherer Reserven an Liquiden Mitteln aufgrund von potentieller Sonderbesteuerung, Zins- oder Währungsänderungen werden weitestgehend eleminiert. Teure Hedging Strategien entfallen.

 

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